Bramfelder SK - Jugendabteilung 

2. Schach-Freizeit der BSK-Jugendabteilung

Ratzeburg  31.5. -3.6.2000


Was lange währt, wird endlich (hoffentlich) gut:
Hier also der angekündigte ausführliche Bericht mit den Bildern.
Da diese zum größten Teil als Standbilder von einer Videokamera stammen, und vor allem bei den Portraits oft nur Ausschnittvergrößerungen darstellen, ist die Qualität nicht immer optimal. Außerdem wurde auf kürzere Ladezeiten stärker abgestellt als auf hohe Auflösung. Ich bitte um Verständnis.


Inhaltsverzeichnis
  • Linkliste
  • Intro
  • Tag 1 (Mittwoch 31.5.)
  • Teilnehmer
  • Ratzeburg
  • Jugendherberge
  • Schnellturnier Runde 1
  • Baden
  • Blitzturnier
  • Tabellen 1. Abend
  • Spiele
  • Tag 2 (Donnerstag, Himmelfahrt)
  • Schnellturnier, Runde 2 und 3
  • Tischtennis
  • Fotorallye
  • Draisine
  • Blitzturnier, 2. Abend
  • Abendspiele
  • Tag 3 (Freitag)
  • Schnellturnier, Runde 4 und 5
  • Schnellturnier, Schlusstabelle
  • Tischtennisturnier
  • Nochmal baden
  • Grillabend
  • Blitzturnier, 3. Abend
  • Nachtwanderung
  • Tag images/4 (Samstag)
  • Aufräumen
  • Oldtimer in Ratzeburg
  • Tretbootpartie
  • Mittagsimbiss
  • An der Badestelle
  • Sand und Wasser
  • Heimreise
  • Fazit und Schluß
  • Navigation


  • Externe Links zum Thema:Interne Links (Fotos, Karten, etc.):
    (...es war einmal, und ist nicht mehr...)
    Logo Stadt Ratzeburg Inselstadt/Luftkurort RatzeburgHier entsteht eine Foto-Show... Foto-Show
    Logo der DJH, zur Jugendherberge Ratzeburg Jugendherberge RatzeburgWegkarte HH-Rateburg Wegskizze HH - Ratzeburg
    Draisine at Work, zum Kulturbahnhof Schmilau Kulturbahnhof SchmilauKarte Ratzeburg   Karte von Ratzeburg
    Aqua Siwa (Schwimmhalle), zu Stadtwerke Ratzeburg GmbH Stadtwerke Ratzeburg GmbHSkizze Ratzeburg   Skizze von Ratzeburg
    Matt in 3 Zügen, zur Homepage von Norbert Fortmann / Schach in HH-Bramfeld Homepage N. Fortmann / Schach in HH


    Intro:

    Wie schon im letzten Jahr, als wir eine Zeltreise in die Lüneburger Heide machten, fand auch in diesem Jahr zu Himmelfahrt wieder eine mehrtägige Schachreise unserer Jugend statt. Leider konnten aus verschiedenen Gründen nicht alle unserer Jugendlichen teilnehmen, obwohl der Teilnehmerbeitrag von DM 70,- kein Hindernisgrund gewesen sein sollte, zumal ja auch noch die Möglichkeit eines Zuschusses bei Härtefällen bestand. Wieder fanden sich Eltern und Klubmitglieder, die unentgeltlich Fahrdienste übernahmen, so dass damit unsere Kasse nicht belastet wurde. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei allen bedanken, die mit ihrer Unterstützung diese Fahrt erst ermöglicht haben. Ganz besonderer Dank geht an Frau Bambus-Hein, Frau Craib und unser Mitglied Norbert Fortmann.

    Der erste Tag: Ankunft und Organisation

    Am Mittwoch, den 31.Mai, trafen wir uns um 10 Uhr am Parkplatz der GS neben unserem Spiellokal. Als dann endlich alle Teilnehmer und das Gepäck auf die drei Wagen verteilt war, ging es im Konvoi nach Ratzeburg. Im großen Mini-Bus von Schachfreund und Lehrer Norbert Fortmann Bild Norbert Fortmann fuhren DennisBild Dennis Wolkenhauer (Wolkenhauer 17 J), Christopher Bild Christopher Machura (Machura 11 J), TobiasBild Tobias Sölch (Sölch 11 J), Georg Bild Georg Schick (Schick 6 J), Philipp Bild Philipp Müller und PhilipBild Philip Craib (Müller mit zwei "p" und Craib mit einem "p", beide 11 J). Bei Frau Bambus-Hein saßen nur ihre Tochter Jenny Bild Jenny Hein (Hein 16 J) und Valentina Bild Valentina Schick (Schick 10 J). Durch die kurzfristige Absage von Simon Kirsanow, der Besuch bekam, war dieser Wagen leider nicht ausgelastet. Bei mir im Wagen waren natürlich meine beiden Jungs J.P. Bild J.P. Schneider (d.h. John Patrick Schneider 14 J) und Jon-Jon Bild Jon-Jon Schneider (Jonathan Henry 12 J) sowie Viktor Bild Viktor Su (Su 15 J) und Martin Bild Martin Craib (Craib 7 J).

    Wir fuhren bei Jenfeld auf die BAB und über die A24 bis Abfahrt Talkau. Von dort gings über die Bundesstraße 207 an Mölln vorbei. Ohne besondere Vorkommnisse kamen wir nach etwa einstündiger Fahrt bei der ca. 60 km entfernten Jugendherberberge Ratzeburg direkt am See an. Norbert Fortmann und Frau Hein blieben noch ein Weilchen, bis die Aufteilung auf die Zimmer und das Einräumen des Gepäcks erfolgt war.Ratzeburger Dom
     Ratzeburger Dom


    Bild JH Ratzeburg

    Die Jugendherberge Ratzeburg von der Land-Seite gesehen
    Das 2-Bett-Zimmer bekamen natürlich die beiden Mädchen, während Dennis, Viktor, J.P. und Philipp (mit zwei "p" - also Müller) das Vierer-Zimmer belegten. Der Rest ging mit Jon-Jon als Stubenältestem auf das Sechser-Zimmer und ich als Betreuer hatte mein Einzelzimmer direkt daneben bzw. gegenüber. Fast alle schafften das Beziehen ihrer Betten alleine; nur dem kleinen Georg musste ein wenig geholfen werden. Wer auf den Zimmern fertig war, holte gleich Tischtennisschläger und Bälle hervor und testete die Platten vor und hinter dem Haus. Andere spielten Fussball oder sogar noch eine Partie Schach mit Herrn Fortmann.

    Um ein Uhr war dann Versammlung angesagt: Im Garten trafen wir uns und machten Pläne. Zuerst war einem Wunsch der Heimleitung nachzukommen: 10 Minuten vor jeder Mahlzeit sollten drei Personen den Tischdienst übernehmen, also die Tische decken und die Speisen aus der Küche holen und später wieder abräumen. Da wir nun für acht Mahlzeiten jeweils drei Kandidaten brauchten, zusammen also 24, war es klar, dass ich mich fein raushalten konnte damit von den übrigen zwölf genau jeder zweimal dran kommt. Zu meinem Erstaunen bildeten sich keine wechselnden Gruppen, sondern vier feste Dreier-Teams. Und am ersten Abend starteten Jon-Jon, Philip und Martin. Wieso Abend? Wo blieb denn das Mitagessen? Aus Kostengründen fiel das einfach aus. Ich hatte ja schon in den Schreiben vorher angekündigt, gut zu frühstücken und auch noch Proviant (Brote, Snacks etc.) bis zum Abend mitzunehmen. Frau Craib gab uns dafür bei der Abfahrt eine riesige Tüte mit, die jetzt eingehend untersucht wurde: Zwei schöne Kuchen kamen neben diversen Packungen von Schoko-Milch-Keksen, Gummibärchen und Bonbons zum Vorschein. Vielen Dank dafür! Ich stiftete noch zwei Flaschen Apfelschorle und die Kuchen wurden restlos verputzt; wer hatte, aß auch noch seine restlichen Stullen oder teilte sie mit anderen. Wir einigten uns dann darauf, den Vormittag jeweils für zwei Doppelrunden Schnellschach (20 Minuten) zu reservieren, wobei ich nach Meinung der Mehrheit der Anwesenden auch mitspielen sollte. Nach jedem Abendessen sollte zuerst ein kleines Blitzturnier stattfinden und danach dann Gesellschafts- oder Brettspiele bis zur Nachtruhe.

    Nachdem der grobe Ablauf damit geklärt war, schlug ich vor, sofort mit der ersten Runde Schnellschach zu beginnen, denn am Samstag Morgen würde wegen der bevorstehenden Abreise kaum noch Gelegenheit für die fünfte Runde sein. Da von den meisten Spielern keine DWZ-Zahlen vorlagen und ich eventuellen Rückfragen ("Wieso ist der höher gesetzt als ich?") vorbeugen wollte, entschloß ich mich, die Startreihenfolge und damit die Paarungen durch den Computer (mein Notebook hatte ich dabei) auslosen zu lassen. Leider traf damit Dennis ein Freilos. Ich spielte gegen J.P., meinen älteren Sohn und gewann erwartungsgemäß beide Partien. In den übrigen Begegnungen setzten sich die Favoriten ebenso eindeutig durch; nur in der Partie Philip gegen Valentina gewann jede Seite einmal.

    Schnellturnier 1. Runde 
    Teilnehmer Ergebnis Teilnehmer
    Philip Cr.1-1Valentina
    Christopher2-0Martin
    Philipp M.2-0Jenny
    J.P.0-2Peter
    Tobias0-2Viktor
    Georg0-2JonJon
    spielfrei(0-2)Dennis

    Da wir nun noch eine Menge Zeit bis zum Abendessen um 18 Uhr hatten, beschlossen wir auch gleich die Badegelegenheiten zu erkunden. Direkt neben der JH war eine öffentliche Badestelle im Großen Küchensee, der durch Dämme getrennt ein Teil des Ratzeburger Sees ist. Um nur draußen zu baden, erschien uns das Wasser und auch der Wind doch etwas kühl. Also machten wir noch ein paar Schritte zum  Aqua Siwa, Schwimmhalle der Stadtwerke Ratzeburg, dem Ratzeburger Hallenbad direkt daneben. Zwei Zehnerkarten waren schnell gelöst und auch relativ preiswert. Was wir erst später erfuhren: weil heute die Heizung die 30 Grad Wassertemperatur nicht ganz schaffte, verzichtete das Bad auf den sonst üblichen Warmbadezuschlag.

    Aber uns war es warm genug; es war sogar so warm, dass die meisten von uns später mehrmals über eine kleine Brücke und Treppe nach draußen zur Badestelle im See gingen. Dort schwammen die Mutigsten - ich erninnere mich noch an Philipp, JonJon, Tobias und Christopher, die mit mir der Kälte trotzten - dann sogar die Strecke bis zur Rutsche, welche auf einem Ponton im See schwamm. Natürlich war ich mit Dennis immer auf der Hut, dass bei jeder Gruppe immer einer von uns die Aufsicht hatte. Aber zum Glück passierte nichts und nicht einmal Frostbeulen holte sich jemand; die Jugend von heute ist doch schon ziemlich abgehärtet, denn 13 bis 14 Grad Wassertemperatur sind nicht Jedermanns Sache.Philipp Müller auf Ponton
      Philipp Müller hat den Ponton mit der Rutsche erreicht

    Dann passierte aber doch noch etwas: Zum Glück bestand keine Gefahr - es sei denn, dass JonJon in Badehose hätte zur JH laufen müssen. Denn sein Schlüssel für den Schrank im Umkleideraum war futsch. Auch das Personal des "Aqua Siwa" war ratlos, denn Ersatz- oder Universalschlüssel waren nicht aufzutreiben. Schon wurde nach Werkzeug gesucht, um den Schrank aufzubrechen, da entdeckte das Adlerauge des Bademeisters den Schlüssel am Grunde des Beckens. Gerade noch rechtzeitig zum ersten Tischdienst kam JonJon dann - korrekt gekleidet - in der JH an.

    Da wir seit dem Frühstück keine warme Mahlzeit mehr hatten, gab es als warmes Abendessen für uns dann Nudeln a la Bolognese. Seltsamerweise waren einige immer noch nicht so hungrig, denn vieles ging wieder zurück an die Küche. Dabei kann es nicht am Geschmack gelegen haben; ich vermute mal, dass vielleicht irgendwelche Kekse oder andere Zwischen-Snacks daran schuld waren.


    Blitzschachturnier 1.Tag, Gruppe A
      1. Blitzschach-Turnier der A-Gruppe, Mitte: Viktor vs. Dennis
    Damit unser Blitzschachturnier (jeder gegen jeden im Rutsch-System) nicht zu lange dauert, teilte ich zwei Sechsergruppen ein. Von den drei Kandidaten, bei denen ich mir nicht sicher war, in welcher Gruppe sie besser aufgehoben wären, entschied sich J.P. freiwillig, in die B-Gruppe zu gehen, und Philip und Jenny gingen zur A-Gruppe.  Jon-Jon startete dort stark mit einem Sieg über Dennis, verlor aber in der zweiten Runde gegen Philip und konnte später nur seinen zweiten Punkt gegen Jenny machen.
    Die letzten beiden der A-Gruppe, also heute Jenny und Jon-Jon, steigen ab, während die beiden ersten der B-Gruppe aufsteigen; heute also Tobias und J.P. Da ich diese Turniere nicht mit dem Computer, sondern per Hand durchführte, wollte ich keine komplizierte Feinwertungsberechnung durchführen. Bei Punktgleichheit sollte der direkte Vergleich entscheiden.



    1. Blitzturnier (Mittwoch), Gruppe A
    Rang Teilnehmer 1 2 3 4 5 6 Punkte
    1.Philipp M.**½½1114.0
    2.Dennis½**11013.5
    3.Viktor½0**½113.0
    4.Philip Cr.00½**1½2.0
    5.JonJon0100**12.0
    6.Jenny000½0**0.5


    1. Blitzturnier (Mittwoch), Gruppe B 
    Rang Teilnehmer 1 2 3 4 5 6 Punkte
    1.Tobias**½11114.5
    1.J.P.½**11114.5
    3.Christopher00**1113.0
    4.Valentina000**112.0
    5.Martin0000**11.0
    6.Georg00000**0.0


    Nachdem die Bretter dann abgeräumt waren, fanden sich verschiedene Gruppen für Spiele zusammen. Das Vierer-Zimmer fand sich zu einer Runde "Siedler von Catan", während ich mit Georg und Valentina "Elfenland" spielte. Hierbei war es ganz erstaunlich, wie schnell dieses Spiel, welches eigentlich ab ca. 10 Jahren empfohlen wird, von Georg mit seinen 6 Jahren begriffen wurde. Zwar gewann ich dieses Strategiespiel, aber der Sieg vor Georg war eher knapp. Jenny und der Rest des Sechser-Zimmers fanden sich zu diversen anderen Spielen, u.a "Rummykub" und einige spielten auch noch noch draußen Tischtennis oder Schach mit den großen Figuren.Beim Spiel Elfenland mit Georg und Valentina
      Valentina und Georg hatten viel Spaß beim neuen Spiel "Elfenland"


    Beim Spiel Siedler von Catan
      J.P. gewinnt am 2.Abend die Siedler-Runde
    Pünktlich um zehn gingen dann die jüngeren in ihre Zimmer und dort nach dem Zähneputzen (Georg, wo ist deine Zahnbürste?) ins Bett. Die Catan-Runde wurde in Ruhe weitergespielt und dann von Dennis (Diese Angabe ist ohne Gewähr!) gewonnen. Viktor hatte zwar eine wunderschöne lange Handelsstrasse (die Längste, und damit auch die beiden Siegpunkte dafür) aber er konnte diese Straße weder erweitern noch an dieser Strasse weitere Siedlungen errichten, so dass er leicht ohnmächtig nicht mehr in den Kampf eingreifen konnte. Ich konnte leider noch nicht ins Bett, denn erst musste ich warten, bis auf den Zimmern alles dauerhaft ruhig blieb. 
    Dabei war der Ruf ins Sechserzimmer eher komisch: Georg weinte, weil er sich vor einer Motte (ich denke das wird eher ein Falter gewesen sein) fürchtete, die durch das offene Fenster hereinkam. Er war fest der Meinung, dass diese ihn nachts im Schlafe beißen würde, bis es mir gelang, ihn davon abzubringen. Mich würde ja schon interessieren, wer ihm so einen Quatsch erzählt hat.

    Der zweite Tag: Der lange Marsch und die Draisine

    Um halb acht weckte ich zuerst den Tischdienst fürs Frühstück - Jenny, Valentina und Georg - und damit waren dann bald auch alle Übrigen wach. Um acht saß die ganze Truppe dann am Tisch und bediente sich diesmal recht ausgiebig an Corn Flakes und Müsli, Brötchen mit Marmelade und Honig und Getränken nach Wahl wie vorbestellt (Kaffee, kalte Milch, Kakao oder roter Tee). Corn Flakes und Milch mußte mehrfach nachgeholt werden. Als alle satt waren und der Tischdienst seine Arbeit beendet hatte, konnten wir zur zweiten und dritten Doppelrunde unseres Schnellturniers schreiten. Schön war, dass wir den Raum, in dem wir aßen, ganz für uns hatten. So verfügten wir auch über einen Schlüssel und konnten die Schach-Utensilien und Spiele abends hier einschließen und brauchten diese nicht jedesmal in den zweiten Stock auf unsere Zimmer zu tragen. Jetzt mussten wir also nur noch die Bretter, Figuren und Uhren einen Raum weiter in den größeren TR2 tragen, der uns zwischen Frühstück und Abendessen für Spiele zur Verfügung stand.

    Die zweite Runde brachte die erste Favoriten-Begegnung: Philipp und Viktor gewannen jeder ein Spiel. Valentina konnte Tobias einen halben Punkt abnehmen. Ansonsten gewannen alle stärkeren Spieler erwartungsgemäß beide Partien, während Georg spielfrei hatte.



    Schnellturnier 2. Runde
    Name Pu. Ergebnis Name Pu.
    Viktor(2)1-1Philipp M.(2)
    Peter(2)2-0Christopher(2)
    JonJon(2)0-2Dennis(2)
    Martin(0)0-2Philip Cr.(1)
    Valentina(1)½-1½Tobias(0)
    Jenny(0)1-1J.P.(0)
    spielfrei (0-2)Georg(0)



    Schnellturnier 3. Runde 
    Name Pu. Ergebnis Name Pu.
    Dennis(4)0-2Peter(4)
    Philip Cr.(3)1-1Viktor(3)
    Philipp M.(3)1½-½JonJon(2)
    Christopher(2)2-0Georg(2)
    Tobias(1½)0-2Jenny(1)
    J.P.(1)2-0Valentina(1½)
    spielfrei (0-2)Martin(0)
    In der dritten Runde hatte unser zweiter "Youngster" Martin, der bislang noch ohne Punkt war, dann spielfrei. Ich konnte - in der zweiten Partie mit viel Glück - beide Punkte von Dennis gewinnen, während Viktor einen Punkt an Philip (Craib) abgeben musste und Philipp (Müller) einen halben an JonJon. Allmählich werden die Partien ausgeglichener, weil die Unterschiede in der Spielstärke der Gegner durch das Schweizer System immer geringer werden. Zu seinen spielfreien Punkten kam Martin.

    Philip und Viktor bein Tischtennis
     Philip und Viktor wärmen sich schon mal für das große Tischtennis-Turnier an

    Nach der "Pflicht" folgte dann die Kür: Während die Tischtennis-Leute gleich nach draußen stürzten, um vor dem Essen noch ein paar Bälle zu schmettern, blieben einige der stärkeren Spieler, wie z.B. Philipp noch im Turnier-Raum und spielten einige Trainingspartien, bis Philipp dann mit Dennis und Viktor den Tischdienst machten. Leider konnte ich mich hier nur kurz beteiligen, denn ich brachte in der Zwischenzeit per Auto eine Kiste Apfelschorle zum Bahnhof  und holte die Unterlagen für die Fotorallyes ab (s.u.)

    Philipp und Viktor bei Trainingspartie Philipp und Viktor bei freier PartieTobias und JonJon beim Außenschach Tobias und JonJon beim Außenschach in der JHAußenschach mit Figuren aus Eisenbahnschienen beim Kulturbahnhof Schmilau Schach ist "schwer"!

    Heute Mittag gab es Hühnerfrikasse mit Reis und merkwürdigerweise war Frikassee reichlich da, aber der Reis war knapp und mußte nachgeholt werden. Dafür war der Schokopudding mit Vanillesoße zum Nachtisch wieder so reichlich, dass tatsächlich nicht alles aufgegessen wurde, obwohl er bestimmt prima schmeckte.

    Nach dem Essen sollten alle sich mit gefüllten Trinkflaschen und evtl. Marschverpflegung beim Ausgang zum See einfinden. Ich schickte das Sechser-Zimmer mit Dennis als Führer zuerst los: Eine DIN A4-Doppelseite mit ca. 30 Fotos, die ich zwar habe, aber hier nicht veröffentlichen kann, um anderen nicht den Spaß zu verderben, bekam die Gruppe in die Hand gedrückt. Dazu die Anweisung: "Sucht der Reihe nach genau diese Motive und dann kommt ihr zum Ziel. Wir folgen euch etwa eine Viertelstunde später." Da J.P. sein Handy seinem Bruder geliehen hatte, war jederzeit ein Kontakt zwischen beiden Gruppen möglich. Sollten wir also am Ziel ankommen und nichts von der ersten Gruppe sehen, könnte das Problem schnell gelöst werden. Mit Jenny, Valentina, Philipp, Viktor und J.P. marschierten wir dann etwa 12 Uhr 40 los.)

    Das erste Foto fand J.P. an einer Säule des Schwimmbades und wenig später schon war auf dem Damm zwischen Großem und Kleinem Küchensee der Weg als Motiv des zweiten Fotos identifiziert. Am Ende des Damms ging es dann nach rechts immer mehr oder weniger nah am See entlang bis zur  Farchauer Mühle an der Südpitze des Großen Küchensees. Wir mußten dabei eigenartige dicke Bäume, umgestürzte Bäume, abgebrochene Bäume, eine Eule (als Relief an einer Hauswand), einen Vogel (war auf einem Bild auf einem Schild!), seltsame Holzrostkonstruktionen (war die neue Brücke aus ungewohnter Perspektive fotografiert), und noch eine Menge anderer Objekte finden und identifizieren. Ich wußte, dass wir etwa den halben Weg geschafft hatten und es war etwa halb Zwei; damit lagen wir gut in der Zeit. Den Rest des Weges nach Schmilau bewältigten wir in der gleichen problemlosen Weise. Erst in Schmilau bekamen wir Schwierigkeiten, und verpassten eine Abzweigung. Neugierig, ob die andere Gruppe hier gescheitert war, rief ich mal an und bekam erstaunlichwerweise die Antwort, das man unmittelbar vor dem Ziel sei. Dabei hatte ich fest damit gerechnet, wir "Großen" würden die "Kleinen" locker einholen bevor wir zum Ziel kämen. Zum Glück kannte ich von der Organisation ja schon das Ziel, so dass es für uns doch leicht war, wieder auf den rechten Weg zu finden. Und dann fanden wir auch wieder die letzten Fotos. Gegen Viertel nach Zwei waren wir dann alle am  Kulturbahnhof Schmilau, wo unsere Draisine bereitstand. Bis zur Abfahrt hatten wir noch ein wenig Zeit und wir bestaunten ein im wahrsten Sinne des Wortes schweres Schachspiel: Die Figuren des Außenschachs hier am Bahnhof waren aus Stücken von Eisenbahnschienen gefertigt. Selbst die Bauern wogen noch gut ihre 3-4 Kilo, Dame und König brachten nach meiner Schätzung schon jeweils das Doppelte auf die Waage. Wer also hier einige Partien "blitzen" möchte, braucht schon ganz schöne Oberarme!

    Unsere Draisine in Fahrt
     Für langsame Fahrt der Draisine reichen auch zwei "Pumper".
    So eine Draisine ist ja schon ein putzig Ding. Man stelle sich eine Art Planwagen vor, wie er aus Western-Filmen bekannt ist, stark verkleinert und auf einem Eisenbahnfahrgestell montiert. In der Mitte ist ein langer Hebel, an dessen beiden Enden vorn und hinten je zwei Personen "pumpen", also abwechselnd hochziehen und niederdrücken. Auf beiden Längsseiten sind Holzbänke für jeweils ca. 4-5 Personen und am Ende der Bänke befinden sich insgesamt vier kleine Gittertürchen. Leer wiegt so eine Draisine etwa eine halbe Tonne; beladen mit unserer Truppe und dem Draisinenführer etwa das Doppelte.
    Zum Glück ist die Reibung von Stahlrädern auf Schienen recht gering, denn nur um die Kiste in Bewegung zu setzen und auf Tempo zu kommen, braucht man etwas mehr Kraft. Wenn man dann im Rollen ist, kann man es ziemlich lässig angehen lassen. Allerdings hatten wir in Richtung Hollenbek ständig eine kleine Steigung zu überwinden und kamen deshalb doch nur recht gemächlich voran.

    Draisine überquert Feldweg
      "Unsere" Draisine überquert einen Feldweg. 
     So waren wir ganz froh über jede Pause, die wir zum Beispiel an Bahnübergängen einlegen mussten: Zuerst stoppt die Draisine. Zwei Passagiere bekommen orangefarbene Signalwesten und rote Flaggen um damit den Strassenverkehr zu stoppen. Zwei andere öffnen die Schranken über den Schienen(!) damit dann die Draisine über die Straße geschoben(!) werden kann. Am Ende werden alle Helfer wieder an Bord genommen und weiter geht's. 

    Alle paar Minuten wird gewechselt in dem im Kreis über beide Bänke und die beiden "Arbeitsplätze" weitergerückt wird. Dabei sollte man schon auf seine Knie aufpassen - und die Kleineren sogar auf den Kopf. Denn von so einem auf- und abschwingendem Stahlhebel erwischt zu werden, kann ganz schön weh tun. Aber dank der gründlichen Einweisung durch unseren Führer haben wir keine Probleme.

    Leider kamen wir nicht ganz bis zum 9 km entfernten Hollenbek. Eine Arbeitsdraisine stand uns im Weg, denn die Strecke ist nur eingleisig. Da schon die Zeit ein wenig klapp wurde und den Meisten nicht ganz klar war, was in Hollenbek denn so Besonderes sein sollte, entschieden wir uns nach kurzer Debatte zur Umkehr. Denn auch die Weiche einige hundert Meter zurück war zum Platztausch der Draisinen unbrauchbar, da unser Führer den Schlüssel nicht hatte. Und die Draisinen mitsamt all unserem Gepäck zu tauschen, war uns auch zu aufwendig. Zurück merkten wir dann, dass bergab fahren doch leichter geht als bergauf. Wir brauchten den Hebel fast nur zu streicheln, um in ruhiger Fahrt zu bleiben. Ein Fußgänger hätte jedenfalls keine Chance gegen uns gehabt. Die Getränkeflaschen kreisten und man besah sich in Ruhe die schöne Landschaft. Ab und zu mußten wir uns mal vor überhängenden Zweigen ducken; deshalb schnitten die Arbeiter auf der anderen Draisine hier nach. Und die einzigen Regentropfen für die Dauer unserer gesamten Fahrt fielen auch auf dieser Rückfahrt. Aber es waren in der Tat wirklich nur einige Tropfen; niemand wurde auch nur im entferntesten naß. Als wir gegen fünf am Bahnhof in Schmilau ankamen, schauten wir zwar vorsichtshalber nach einem Unterstand, falls doch ein Guss runterkommen sollte, aber es kam nichts und es blieb trocken.

    Der Rückweg zur JH nach Ratzeburg kam uns irgendwie kürzer vor als der Hinweg. Vielleicht weil es jetzt überwiegend bergab ging? Oder weil es es gegen Abend nicht mehr so warm war? Dabei kam auch heraus, warum die erste Gruppe mit Dennis so schnell vorangekommen war: Als einmal ein Motiv übersehen worden war und damit die Orientierung verloren war, fragte man einfach Passanten nach dem Weg nach Schmilau, denn Dennis wusste ja von unserem Erkundungsbesuch, was wir vorhatten und wohin wir wollten. Allerdings führen mehrere Wege dorthin und auf dem Weg, den Dennis und Co. nahmen, fehlten dann die weiteren Leitmotive. Erst nach der Brücke vor der Farchauer Mühle war man wieder auf dem rechten Pfad.

    Nur mit einer kleinen Verspätung kamen wir gegen halb sieben in der JH zum Abendessen an, wo Tobias, Christopher und J.P. gleich mit dem Tischdienst begannen. Heute gab es kaltes Abendessen mit Brot, Wurst und Käse und nach dem heutigen Marsch und der Fahrt mit dem "Muskelzug" hatte jeder guten Appetit und es wurde ordentlich zugelangt.

    Während der Tischdienst abräumte, bauten wir im Nebenraum schon wieder für unser Blitzturnier auf. Am ersten Tisch zeigte in der ersten Runde Philipp Müller gleich, mit welchem Anspruch er spielt und gewann gegen Viktor. Und am zweiten Tisch konnte Georg heute seinen Rivalen Martin bezwingen. Die heutigen Absteiger waren J.P. und Tobias, die erst gestern aufgestiegen waren. Die Aufsteiger: Jon-Jon und Christopher.



    2. Blitzturnier (Donnerstag), Gruppe A
    Rang Teilnehmer 1 2 3 4 5 6 Punkte
    1.Philipp M.**111115.0
    2.Dennis0**11114.0
    3.Viktor00**1113.0
    4.Philip Cr.000**112.0
    5.J.P.0000**11.0
    6.Tobias00000**0.0


    2. Blitzturnier (Donnerstag), Gruppe B 
    Rang Teilnehmer 1 2 3 4 5 6 Punkte
    1.JonJon**111115.0
    2.Christopher0**11013.0
    3.Jenny00**1113.0
    4.Valentina000**112.0
    5.Georg0100**12.0
    6.Martin00000**0.0


    Nach dem Schach fanden sich schnell wieder die Spiele-Runden zusammen. Ich spielte derweil auf dem Außenschach eine Partie gegen ein Mitglied der Behindertengruppe, die mit uns in der JH weilte. Allerdings mußte ich zu meiner Enttäuschung bemerken, dass mein Gegner kaum die elementarsten schachlichen Regeln kannte, geschweige denn vernünftig zu spielen vermochte. 
     Der Tisch mit der B-Gruppe beim Blitzturnier; vorne: J.P. gegen Valentina

    Zum Glück setzte sich einer der Betreuer dieser Gruppe dazu und übernahm ganz feinfühlig und unauffällig ("Ich würde jetzt mit dem Springer den Bauern schlagen.") die Partie und es wurde doch noch interessant. Vielleicht kann das ja dazu führen, dass mein ursprünglicher Gegner sich in Zukunft intensiver mit Schach befasst; wer weiß?

    In der Zwischenzeit gab es oben im Sechserzimmer mit Georg gewisse Probleme. Da ich ja nicht das Gelände verlassen hatte, war ich mir sicher, leicht gefunden zu werden - ein Blick aus dem Fenster hätte genügt. Aber Jenny ging zu Dennis, der aber seine Mitspieler bei "Catan" nicht im Stich lassen wollte, und bat, Georg möge mit seinem Anliegen doch zu ihm kommen. Aber das ist natürlich nicht möglich, wenn man sich mental nicht ganz im Griff hat. Also haben Valentina und Jenny sich mit Georg und seinen Ängsten befasst und als ich später wieder im Haus war und Jenny traf, waren alle Probleme gelöst und Georg und der Rest des Sechserzimmers schlief friedlich oder las noch ein wenig. Danke Valentina und Jenny!

    Der dritte Tag: Grillen und Nachtwanderung

    Freitag Morgen klappte der Tischdienst mit dem schon eingespielten Team von Jon-Jon, Philip und Martin wieder gut.

    Nach dem Frühstück, welches sich im Prinzip von dem am Vortag nicht unterschied, wurden gleich wieder die Bretter aufgebaut und die Uhren gestellt. Die 4. Runde unseres Schnellturniers wartete.

    Ich verlor in der zweiten Partie gegen Philipp, der mich mit seiner blitzschnellen und sicheren Einschätzung für die erforderlichen Manöver zum Durchbringen eines Freibauern überraschte. Als ich merkte, welche Gefahr hier droht, war es bereits zu spät. Bravo Philipp! Dennis und Viktor schafften erwartungsgemäß beide Punkte und im Familienduell an Brett 4 gewann der jüngere Jon-Jon gegen seinen älteren Bruder J.P. ebenfalls nicht ganz unerwartet beide Punkte. Durch die spielfrei gewonnenen Punkte für Martin und Georg mussten diese jetzt gegen Jenny und Tobias antreten und waren hier chancenlos. Spielfrei zu Punkten kam diesmal Valentina.



    Schnellturnier 4. Runde 
    Name Pu. Ergebnis Name Pu.
    Peter(6)1-1Philipp M.(4½)
    Dennis(4)2-0Philip Cr.(4)
    Viktor(4)2-0Christopher(4)
    JonJon(2½)2-0J.P.(3)
    Jenny(3)2-0Martin(2)
    Georg(2)0-2Tobias(1½)
    Valentina(1½)(2-0)spielfrei 


    Schnellturnier 5. Runde 
    Teilnehmer Pu. Ergebnis Teilnehmer Pu.
    Viktor(6)1½-½Peter(7)
    Philipp M.(5½)1-1Dennis(6)
    JonJon(4½)2-0Jenny(5)
    Philip Cr.(4)1-1Christopher(4)
    Martin(2)0-2Tobias(3½)
    Valentina(3½)1½-½Georg(2)
    J.P.(3)(2-0)spielfrei 
    In der letzten Runde traf ich auf Viktor. Im ersten Spiel spielte ich schwach und stellte auch noch Material ein, das wurde mit einem Punktverlust bestraft. Im Rückspiel konnte ich keinen Vorteil erzielen und musste mich folglich mit einem Remis benügen. Damit hatten wir beide 7½ Punkte und nach der Buchholzwertung war ich zwar besser, aber da wir wie beim Blitzturnier der Einfachheit halber den direkten Vergleich als Zweitwertung erklärt hatten, ist Viktor der Schnellschachsieger von Ratzeburg 2000. Glückwunsch!

    Philipp, der gegen Dennis spielte, hätte mit einem 2:0 - Sieg noch den Turniersieg machen können. Aber er verlor eine Partie und schaffte damit nur den vierten Platz hinter Dennis. Leider hatten Tobias und Valentina schon in der zweiten Runde gegeneinander gespielt; so konnte die vermutlich interessante Begegnung zwischen Martin und Georg nicht zustande kommen. Georg konnte allerdings seiner Schwester Valentina noch einen halben Punkt abnehmen und sicherte sich damit den vorletzten Platz. Beachtlich ist die Steigerung von Jon-Jon. Punktgleich mit Philipp landete er auf einem angesichts der Konkurrenz guten fünften Platz. Hier bestätigte er wieder einmal die schon aus den diesjährigen Mannschaftskämpfen bekannte stabile Leistung.


    Fortschrittstabelle: Endstand des Schnellturniers
    Rang Teilnehmer 1 2 3 4 5 Punkte Buchh
    1.Viktor6S24W17S19W21S1½7.529.5
    2.
    Peter
    10S2
    9W2
    3S2
    4W1
    2S½
    7.5
    31.0
    3.Dennis-s25S21W07W24S17.025.5
    4.Philipp M.8W22S15W1½1S13W16.533.5
    5.JonJon12S23W04S½10W28W26.526.0
    6.Tobias2W011S18W012S213S25.522.0
    7.Philip Cr.11W113S22W13S09W15.026.5
    8.Jenny4S010W16S213W25S05.025.5
    9.Christopher13W21S012W22S07S15.024.5
    10.J.P.1W08S111W25S0-w25.024.0
    11.Valentina7S16W½10S0-w212W1½5.018.0
    12.Georg5W0-s29S06W011S½2.522.0
    13.Martin9S07W0-s28S06W02.020.5

    Ich hatte zwar an Kugelschreiber gedacht, um die Partien mitschreiben zu lassen (zumindest die Eröffnungs- und frühe Mittelspielphase so etwa bis zum 30.Zug); aber leider stellte ich in Ratzeburg fest, dass ich an Partieformulare nicht gedacht hatte. Vielleicht hatte mir auch mein Unterbewußtsein einen Streich gespielt, um 60 notierte Partien später nicht analysieren zu müssen. Und improvisiert auf blanko Papier zu notieren,  und die Zugnummern noch dazu, hätte wohl die meisten Spieler überfordert. Andererseits hätte ich mich mit der Zumutung zur Mitschrift von Schnellpartien auch nicht gerade beliebt gemacht. Interessant ist trotzdem, dass die eine oder andere Stellung insbesondere bei den stärkeren Spielern doch im Gedächtnis blieb und nach der Partie zwischen den Spielern noch einmal erörtert und analysiert wurde.

    Bis zum Mitagessen wurde noch ein wenig Tischtennis, Fußball oder einige freie Partien Schach gespielt.  Ich setzte mich mal kurz ab und holte den noch halbvollen Kasten Apfelschorle vom Bahnhof Schmilau zurück. Nicht, dass wir Gefahr liefen, zu verdursten; Nein, der Pfandwert von Kasten und Flaschen war wichtig. Im übrigen hat das prima geklappt mit unserer mitgebrachten Apfelschorle. Über Nacht wurde es immer recht frisch und am Morgen und bis zum Mittag gab es relativ kühle Schorle direkt aus dem Auto. Ich brachte dann gelegentlich einen Kasten in unseren Speiseraum und fast drei Kästen wurden in den Tagen geleert. Mit den Pfandflaschen klappte das sehr gut: keine Flasche ging zu Bruch und am Ende hatte ich mein Leergut wieder komplett. Die JH hatte übrigens nicht - wie ich erwartet hatte - einen Behälter mit kostenlosem kühlen Tee für die Getränkeflaschen. Na ja, irren ist menschlich... Es gab nur einen Automaten mit kühlen Softdrinks, aber leider war der Preis weniger atttraktiv: DM 2,- für 0,5 l (statt DM 1,- für 0,7 l Schorle).

    Das Mitagessen wurde wieder vom Team Dennis, Viktor und Philipp serviert. Normalerweise sind Frikadellen, die zu lange stehen, ja innen noch warm und außen schon kalt. Bei unseren war das heute umgekehrt; deshalb fanden diese innen-kalten Bratklopse nicht bei allen Anklang und viele gingen wieder zurück. Wenn die JH ein Schwein hätte, würde das sicher ziemlich fett werden. Aber der Pudding zum Nachtisch mundete gut und alle langten ordentlich zu.

    Am Nachmittag organisierte Viktor ein Tischtennis-Turnier, an dem acht Spieler teilnahmen. Da wir in der JH über insgesamt vier Platten verfügten - die beste, weil ohne Wind, stand im Keller - , konnten in jeder Runde alle Spieler gleichzeitig ihre Begegnungen absolvieren. Für die Nicht-TT-Spieler, fragte ich  mal ganz harmlos an, ob nicht noch jemand Lust hätte, zum Schwimmen zu kommen. Natürlich wollten alle mit, auch die Mehrzahl der TT-Spieler, so dass der Fortgang des Turniers erst mal ausgesetzt wurde.

    Bis auf Viktor gingen wir dann alle ins  Aqua Siwa, Schwimmhalle der Stadtwerke Ratzeburg ; Viktor fand möglicherweise den Chlorgehalt des Wassers zu hoch und nur draußen zu baden, war ihm wohl zu kühl. Na ja, niemand muß müssen und Viktor war auch nicht traurig.Wenn wir vom Bad bei unseren Abstechern nach draußen kamen, haben wir ihn immer besucht, damit er sich nicht so alleine fühlt. Ich drückte ihm auch mal die Videokamera in die Hand, in der Absicht, so auch einmal auf den Film zu kommen. Aber meine Einführung war wohl doch zu kurz, denn später fand ich kein von ihm aufgenommenes Material auf der Kassette. Bei diesem zweiten Badevergnügen war eigentlich kaum noch zu übersehen, wie oft und wie eng Valentina und Philipp (M.) zusammen waren. Da scheint wohl Amor schon mal einen Pfeil abgeschossen zu haben...Valentian und Philipp beim Schwimmen
     Valentina und Philipp waren oft zusammen...


    Die Badestelle neben der JH und der Schwimmhalle
     Baden im Küchensee neben dem "Aqua Siwa"
    Wir dehnten unsere Wasserschlachten aber nicht zu lange aus. Denn ich musste mich noch um Vorbereitungen fürs Grillen kümmern und die TT-Spieler hatten ja auch ihren Zeitplan. Ich stellte jedenfalls verdutzt fest, dass die Küche der JH zwar Würstchen zum Grillen, Salate und Brötchen und sogar Grillkohlenanzünder bereitstellte, aber keine Grillkohle in der JH war und sowas auch nicht im Preis enthalten war.
    Also musste ich noch mal los - zum Glück nahm ich den Wagen, denn es wurde doch ein ganzes Stück - und machte mich auf die Suche nach Grillkohle. Beim Penny-Markt wurde ich dann endlich fündig.Jetzt wurde es auch schon bald Zeit, den Grill anzuheizen. Das Anzünden klappte ohne Probleme und ene halbe Stunde später glühten die Kohlen in weißer Glut. Jetzt kamen die Würstchen drauf und während diese vor sich hin grillten und von meinem Assi Jon-Jon von Zeit zu Zeit gewendet wurden, deckte ich auch noch draußen die Tische. Der Tischdienst - Jenny, Valentina und Georg - war einfach verschollen. Erst als alles fertig war, Schüsseln mit Kartoffel- und Krautsalat, Brötchenschale, Ketchup, Senf, Teller, Besteck und Becher, und der große Behälter mit Frucht- oder Eistee an seinem Platz stand, und die Würstchen ausgeteilt wurden, waren alle plötzlich wieder da. An zwei Tischen tafelten wir im Garten der JH in unmittelbarer Nähe des Grills und wenn der Geruch der frischen Würste einem in die Nase steigt, dann schmeckt das Essen noch einmal so gut. Zwar gab es für jeden nur ein Würstchen, aber von den leckeren Salaten gab es überreichlich. Wir aßen, bis alle plumpsatt waren. Komisch, auch das Abräumen blieb wieder an mir hängen...


    Beim Grillen macht das Abendessen doppelten Spaß!

    Nach dem Essen wurde dann das TT-Turnier beendet. Es folgte eine ellenlange Debatte über den Modus, und wer eventuell noch gegen wen zu spielen hätte. Durch diverse Unterbrechungen war der Turnierplan doch etwas durcheinandergekommen und weil man darauf flexibel reagieren wollte, kam eine etwas unklare Mischung aus K.O.-Und Rundensystem heraus. Ich hielt mich aus allem fein raus, denn mit TT und dem Turnier hatte ich nichts am Hut. Ich war sicher, dass das sehr gut ohne mein Eingreifen intern geregelt werden könnte. Tatsächlich stand irgendwann dann Tobias als Sieger fest und wurde auch allgemein akzeptiert und beglückwunscht. Einen Pokal gab es allerdings genauso wenig wie eine Siegerehrung. Aber Tobias spielt wirklich nicht schlecht und ich finde, er hat verdient gewonnen. Glückwunsch Tobias! Wichtig dabei war, dass alle ihren Spass hatten und auch diejenigen, die vielleicht im Schach noch nicht ganz vorne mitspielen, beim Tischtennis mal auftrumpfen können.

    Zum letzten Mal setzten wir uns dann in unseren Tagesraum und veranstalteten unseren üblichen Abend-Blitz. Auch diesmal gewann am ersten Tisch Philipp überlegen. Beachtlich war, dass Philip (Cr.) an allen drei Abenden am ersten Tisch mitspielte und nicht ein einziges Mal zu den Absteigern zählte. Das deckt sich auch mit seiner Entwicklung bei normalen Partien; der Knoten ist inzwischen geplatzt und seine Spielstärke wächst deutlich an.



    3. Blitzturnier (Freitag), Gruppe A
    Rang Teilnehmer 1 2 3 4 5 6 Punkte
    1.Philipp M.**111115.0
    2.Viktor0**11½13.5
    3.Dennis00**1½12.5
    4.Philip Cr.000**112.0
    5.JonJon0½½0**12.0
    6.Chris00000**0.0


    3. Blitzturnier (Freitag), Gruppe B
    Rang Teilnehmer 1 2 3 4 5 6 Punkte
    1.Jenny**111014.0
    2.J.P.0**11114.0
    3.Tobias00**1113.0
    4.Martin000**112.0
    5.Valentina1000**12.0
    6.Georg00000**0.0
    Als Betreuer hatte ich nach der Ankunft einen Hausschlüssel der JH bekommen, damit nach 22 Uhr noch eine Rückkehr ins Haus möglich war, ohne dei Heimleitung zu stören. Ich hatte aber feststellen müssen, dass auch mit diesem Schlüssel ein Verlassen des Hauses nach Beginn der Nachtruhe nicht möglich war. Es sei denn in Notfall unter Auslösen von Alarm. Also mussten wir unsere Nachtwanderung vor 22 Uhr beginnen. Die meisten konnten sich ziemlich schnell entscheiden, ob sie dabei sein wollten oder doch lieber in der JH Monopoly spielen wollten. Nur Georg war sehr unschlüssig. Erst nach intensiver Entscheidungsbeihilfe fasste er sich ein Herz und schloss sich der Gruppe der Nachtwanderer an. Bis auf meine Jungs, Viktor und Dennis, der als Betreuer dabei bleiben musste, kamen alle mit. (Route der Nachtwanderung: siehe  Skizze oder 

    Wir wollten um den ganzen Küchensee (den größeren!) wandern und ich hatte so ca. zwei Stunden für die etwa 9-10 km veranschlagt.  Wir liefen links rum, so dass wir zu Anfang noch die "Zivilisation" gingen. Allmählich wurde es dunkler und dann im Wald wurde einigen doch schon etwas mulmig. Wann immer mal für kurze Zeit der See hinter Bäumen verschwand, fragte Georg sofort, ob wir noch auf dem richtigen Weg seien. Kurz vor der Südspitze des Sees, nahe der  Farchauer Mühle, passierten wir ein eingezäuntes größeres Grundstück. Im Hintergrund standen Gebäude mit zum Teil erleuchteten Fenstern. Um die ständige und nervende und unnötige Funzelei mit den Taschenlampen zu unterbinden, wollte ich mit einer Münchhausiade dagegen angehen. Ich "outete" mich als amerikanischer Gemeinagent, der unter der Tarnung als Schachbetreuer ein verdächtiges Anwesen und die evtl. dort lebenden Personen ausspionieren wolle. Wir dürften auf keinen Fall auffallen, um uns nicht zu gefährden usw... Ich muss wohl ein schlechter Lügner sein, denn bis auf die Kleinsten, Martin und Georg, fiel keiner darauf rein. Zwar spielten Philip und Philipp schön mit und schmückten die Geschichte noch aus, aber die Taschenlampen funzelten stärker als vorher.
    Die Mühle ist inzwischen ein Restaurant und als wir gegen 23 Uhr dort ankamen, war drinnen offenbar gerade eine Feier im Gang. Wir setzten uns auf die Terasse und wurden von einem Kellner bedient, der kaum sein Erstaunen über die späten jungen Gäste verbergen konnte. Nach einem Getränk für alle - es war immer noch ziemlich warm und laufen macht durstig - setzten wir unseren Weg fort. Zwar kannten wir schon den Weg; wir waren ihm schon am Vortag zum Kulturbahnhof und zurück gefolgt, aber bei inzwischen völliger Dunkelheit waren wir jetzt doch auf die Taschenlampen angewiesen oder wir wären ständig gegen Bäume gerannt oder über Wurzeln und Steine gestolpert.


    Ich hatte den kleinen Georg an der Hand. Der war inzwischen ganz ruhig geworden und war wohl doch froh, daß es jetzt wieder heimwärts ging. Gegen Mitternacht erreichten wir die Jugendherberge und leise wie die Mäuschen schlichen wir auf unsere Zimmer. Die Monopoly-Gruppe beendete jetzt endlich auch ihr Spiel und kurz danach lagen wir alle im Schlaf: So eine Wanderung sorgt auf ganz natürliche Weise für die nötige Bettschwere und der "Budenzauber" der vergangenen Tage fiel wg. Müdigkeit aus.
    Die Viererbande vom 6er-Zimmer
      Im 6er-Zimmer: Christopher, Tobias, Philip und Martin (v.l.)

    Vierter und letzter Tag: Getrennte Abreise und Tretbootfahrt

    Am Morgen des letzten Tages machten noch einmal J.P., Christopher und Tobias Tischdienst. Am Frühstückstisch begann dann die Besprechung, wann und wie wir nach Hause fahren wollten. Meine Jungs erklärten kategorisch, dass sie unbedingt am frühen Nachmittag schon in Hamburg sein müssten, weil da in Wandsbek ein Pokemon-Event stattfände, welches sie unmöglich versäumen könnten. Da uns am Nachmittag nur noch Frau Bambus-Hein abholen konnte, und damit nicht genügend Plätze für alle zur Verfügung standen, fragte ich die älteren, wer denn entweder mittags oder nachmittags mit dem Bus fahren wolle. Darauf hatte niemand so rechte Lust. Also nächste Frage: Wer würde denn mittags mit Herrn Fortmann fahren wollen? Hier meldeten sich natürlich sofort meine Jungs; aber auch Viktor, Philipp und Dennis erklärten sich bereit, lieber früher mit Herrn Fortmann zu fahren als später alleine per Bus nach Hause zu kommen. Damit war für den Rest wieder genug Platz und wir riefen in Hamburg an und teilten unsere Pläne mit. Unser 2. Vorsitzender Lothar Lekat hatte sich als Relais-Station für die Anfragen der Eltern zur Verfügung gestellt, damit ich nicht jede Familie anrufen brauchte und umgekehrt nicht alle Eltern mich auf meinem Handy anrufen mussten.

    Zuerst wurden aber die Zimmer aufgeräumt und gesäubert. Alle Sachen gepackt und schon runter in die Eingangshalle getragen. Ich war doch ziemlich erstaunt, wie schnell und problemlos aus scheinbar hoffnungslos vermüllten Zimmern wieder saubere und einladende Räume wurden, deren Zustand sich kaum von dem bei unserer Ankunft unterschied. Also, der Umgang mit Besen und Kehrblech war für die meisten nicht fremd und auch der Abtransport des Mülls einschließlich der getrennten Entsorgung klappte gut. Auch das Abziehen der Betten ging schneller vonstatten als das Beziehen und ich glaube, die Zimmergemeinschaften halfen sich hier auch gegenseitig nach Kräften. Letzte Kontrolle durch mich, ob auf den Zimmern nichts zurückgeblieben war und dann Abgabe der Schlüssel und Bezahlung.

    Bis zum Eintreffen von Norbert Fortmann gegen 11 Uhr wurden noch einmal die Schläger in die Hand genommen oder auch schon das Gepäck in meinen Wagen verstaut. Ich brachte vorher noch fix zwei Kästen Apfelschorle Leergut zurück, um Platz zu schaffen. Als dann unser "Shuttlebus Linie Fortmann" eintraf, verabschiedeten wir uns von der ersten Fünfer-Gruppe. Da an diesem Tag in und um Ratzeburg herum eine Oldtimer-Rallye veranstaltet wurde, wollten wir uns auf jeden Fall noch einmal in der Stadt umsehen. Unsere, mit mir also auf insgesamt acht Personen geschrumpfte Gruppe, marschierte also gegen Mittag los und wir wanderten ein wenig durch den alten Ratzeburger Ortskern auf der Insel. Bis gegen 17 Uhr, wenn Frau Hein uns an der JH abholen wollte, hatten wir Zeit. Und nach den Essenszeiten der JH brauchten wir uns auch nicht mehr zu richten, denn das heutige Frühstück war unsere letzte Mahlzeit.

    Von der Rallye der Oldtimer sahen wir nicht viel, denn der Start war längst vorbei und die Wagen befanden sich auf einem größeren Rundkurs, der nur gelegentlich die Fahrzeuge wieder in die Stadt brachte. Nur einmal passierte uns so ein altes Töff-Töff. Natürlich gibt es in einer so wasserverbundenen Stadt wie Ratzeburg viele Wassersportmöglichkeiten. Segeln und Motorbootfahren, ja auch Rudern im berühmten Achter schied für uns aus. Aber wir fanden einen Bootsverleih, der zu zivilen Preisen Tretboote anbot. Trotz des phantastischen Wetters waren zwei Boote für maximal vier Personen sofort verfügbar. Wir teilten uns auf und beschlossen, innerhalb der nächsten Stunde einmal die ganze Insel zu umrunden.


      Die Damen ließen sich von den Kavalieren über den See chauffieren....
    Im "Damenboot" nahmen außer Jenny und Valentina noch Christopher und Tobias Platz. Bei mir waren als "Besatzung" Georg sowie Philip und Martin. Die Nichtschwimmer bekamen passende Schwimmwesten für alle Fälle verpasst und dann gings los. Kurze Einführung, wie die Steuerung funktioniert und dann als erste Herausforderung gleich durch den engen Kanal, der vom Ratzeburger See in den Küchensee führt

    Das Damenboot fuhr zuerst los und hatte offenbar keine Schwierigkeiten, denn während Jenny sich zwar etwas zurückhielt, was den Antrieb betraf, traten Chris und Tobi kräftig in die Pedale und auch die Steuerung stellte kein Problem dar. Nur als wir aus dem Schwanenteich in den Küchensee einfuhren, saßen wir einmal kurz auf Grund fest, weil ich mich mehr um die Videokamera als um die Bootsführung kümmerte. Der Haken bei meiner Crew war, dass Georg und Martin zwar gerne treten wollten, aber wegen der kurzen Beine kaum an die Pedale kamen; und wegen dieser unbequemen Haltung konnte auch das Ruder nicht präzise kontrolliert werden. Als wir dann die Plätze tauschen und Philip mit mir als "Motor" arbeiteten und ich auch den Kurs bestimmte, konnten wir leicht das andere Boot überholen. Wir kamen an der Jugendherberge und dem Aqua Siwa, Schwimmhalle der Stadtwerke Ratzeburg vorbei und unter einer kleinen Brücke im Damm ging es in den kleinen Küchensee, auch Stadtsee genannt. Noch konnte das andere Boot uns in Sichtweite folgen. Aber als wir unter dem Königsdamm in den Domsee fuhren, hatten wir schon so großen Vorsprung, dass Georg kurz hinter dem Seglerhafen Ost sogar einmal für ein kleines "Geschäft" an Land gehen konnte, ohne dass wir eingeholt wurden. Wir machten etwas langsamer, um wieder Sichtkontakt herzustellen und bogen dann um die Nordspitze, fuhren an der berühmten Ruderakademie vorbei und kehrten an unseren Ausgangspunkt zurück. Einige Minuten später folgte das zweite Boot und obwohl wir die geplante und bezahlte Stunde etwas überschritten hatten, brauchten wir nicht nachzuzahlen.

    Von dieser Anstrengung, die ich persönlich mehr empfunden habe, als die Fahrt auf der Draisine, hatten wir dann doch Hunger bekommen. Wir beratschlagten, ob eine bekannte Fast-Food-Kette, die sogar in Ratzeburg eine Station hatte, uns satt machen sollte. Aber die Mehrheit entschied dagegen; vermutlich auch deshalb, weil einige Kilomert Fußmarsch (und später wieder zurück!) bei strahlender Sonne und fast tropischen Temperaturen nicht gerade verlockend waren. Also suchten und fanden wir einen einfachen Grill-Imbiss im Ort. Hier bestellte sich jeder nach Apettit und Geldbeutel Pommes mit oder ohne Mayo, Curry- oder andere Wurst und Softdrinks. Ich bezahlte erst einmal für alle die Rechnung, damit sichergestellt war, dass jeder satt wurde. Später sammelte ich dann vom Taschengeld ein, was noch erübrigt werden konnte. Nun ja, alle wurden satt, nur bei Georg waren offenbar die Augen größer als der Magen und selbst mit meiner Hilfe konnten wir seinen Teller nicht leeren.

    Gut gesättigt schlenderten wir dann zur Badestelle neben der JH und dem "Aqua Siwa" zurück; für größere kulturelle Tourneen durch Ratzeburg hatte niemand Interesse, zumal nicht bei der Hitze. Die letzten zwei Stunden verbrachten wir ganz relaxed mit Spielen und Nichtstun am Wasser. Zwischendurch stach Georg und Martin mal wieder der Hafer und gegenseitig - so wurde mir jedenfalls berichtet - wurden des jeweils anderen Schuhe ins Wasser geworfen. Die Schuhe waren natürlich nicht weg, sondern nur nass. Da ich der Meinung war, dass hier nun rauskommt, was rauskommen möchte, und ein "Bitte vertragt Euch doch!" hier auch nicht der Weisheit letzte Schluß war, machte ich den Vorschlag, doch einen richtigen Ringkampf zu veranstalten. Die Bedingungen waren auf dem weichen Gras optimal; Platz ohne gefährliche Hindernisse gab es genug und solange vernünftig unter Aufsicht gerungen wurde ("Kein Treten, Kratzen, Beißen, Boxen oder Würgen!"), konnten die Agressionen kanalisiert abfließen.

    Nachdem die erste Runde schon Martin als Sieger nach Punkten sah, der zwar schmächtiger aussah als Georg, aber dennoch nicht nur über die größere Gewandtheit sondern auch über mehr Kraft verfügt, wollte Georg nach einer kurzen Pause einen zweiten Gang wagen. Aber auch hier konnte Martin sich schnell durchsetzen; auch wenn kein sauberer Schultersieg zustande kam, war Georg doch heilfroh, dass er den Kampf durch Aufgabe beenden konnte, bevor sein Ego noch weiter beschädigt wurde. Nachdem er etliche Minuten gejammert hatte, war die Krise aber überwunden und bald spielte er wieder mit den anderen am Wasser als wäre nichts gewesen.


    Hier wurde im Sandstrand unter der "Leitung" von Tobias dann auch noch die Küstenlinie des Ratzeburger Sees verändert, wenn auch nur minimal. Das Spiel mit Wasser und Sand, das Erschaffen und Umbauen von Sandburgen und Kanälen macht doch immer wieder Spaß und bis auf Jenny, die wohl doch schon etwas zu alt dafür war, beteiligten sich alle an dieser kreativen Gaudi. Zuerst war man ja noch vollständig bekleidet, aber bald setzte sich die Erkenntnis durch, dass man ohne Schuhe und Strümpfe und mit hochgekrempelten Hosen doch besser der Situation angepasst sei.von links: Georg, Christopher, Tobias(vorn), Valentina, Philip und Martin
      Wasser und Sand: Für Kinder immer noch das Größte!

    Gegen 17 Uhr kam dann mit nur geringer Verspätung auch Frau Bambus-Hein. Wir verluden unsere Sachen und verteilten uns auf die Wagen und ab ging es auch für unsere Rest-Gruppe zurück nach Hamburg. Damit  nicht so viele Stationen anzufahren waren, fuhren Georg und Valentina Schick mit Jenny in diesem Wagen, während ich mit Martin und Philip Craib sowie Tobias und Christopher fuhr.
    Zwar wusste ich, dass die beiden Craibs nicht nach Steilshoop, sondern nach Horn wollten. Aber als wir dann nach flotter Fahrt in Hamburg-Jenfeld ankamen, hatte ich alles vergessen und erst in Farmsen erinnerte ich mich wieder; also umkehren und über Tonndorf nach Horn.

    Vielleicht wäre mir auf dem direkten Weg dann erspart geblieben, was jetzt kam: Martin musste plötzlich "spucken". Und ehe ich noch eine Möglichkeit fand, den Wagen ohne Behinderung oder Gefährdung zu stoppen, kamen die Pommes und Wurst vom letzten Mitagessen schon wieder raus und in den Wagen und auf die Hose. Glücklicherweise hatte ich Küchentücher und Reinigungsflüssigkeit im Kofferraum; damit konnte ich Martin und den Wagen wieder recht gut reinigen. Aus dem Gepäck wurde schnell noch eine neue Hose und ein T-Shirt geholt und nach wenigen Minuten ging die Fahrt weiter, als wäre nichts gewesen. Nachdem dann Martin und Philip vom Vater wohlbehalten in Empfang genommen waren, brachte ich noch Christopher und Tobias nach Hause und meldete mich dann bei meiner Familie.

    Eine kurze Zusammenfassung:

    Mit dem Wetter hatten wir in diesem Jahr wieder großes Glück. Nachdem im Mai die erste große Hitzeperiode vorbei war, sah es bis zur Abfahrt eher mies aus. Aber schon am ersten Tag besserte sich das Wetter zunehmend und es wurde richtig schön warm ohne zu heiß zu werden, also für Fotorallye und Draisinenfahrt optimal. Natürlich hätten wir auch bei weniger gutem Wetter keine Probleme gehabt, denn mit unserem Schachprogramm und den übrigen Spielen konnten wir uns auch gut im Hause aufhalten. Aber schöner ist es eben doch, wenn die Sonne scheint.

    Für mich als Betreuer war wieder einmal interessant, die Kinder in einer neuen Umgebung kennenzulernen. Wenn ich auch viele schon auf unserer letztjährigen Zeltreise in die Lüneburger Heide beobachten konnte, waren inzwischen doch wieder einige neue Gesichter dazugekommen. Schade ist allerdings, dass trotz sehr frühzeitiger Ankündigung nur etwa die Hälfte der Jugendlichen mitkommen konnte. Bei dieser Gruppenstärke war ich zusammen mit Dennis immer noch gut in der Lage für ausreichende Aufsicht zu sorgen. Wären mehr Teilnehmer mitgekommen, hätte man auf die Hilfe weiterer Eltern zurückgreifen können; Frau Bambus-Hein hatte sich diesbezüglich auch schon angeboten.

    Bedingt durch die stark streuende Spielstärke in der Gruppe, wäre konzentriertes Schach-Training auch bedingt durch die personelle Situation kaum durchzuführen gewesen. So beschränkte sich der schachliche Teil auf die unterhaltsame Gelegenheit, ohne Stress in angenehmer Atmosphäre vermehrte Spielpaxis zu bekommen. Wichtiger jedoch als die schachliche Förderung scheint mir auf dieser Fahrt der soziale Aspekt zu sein. Die Kinder und Jugendlichen lernen sich untereinander besser kennen und verstehen und wachsen allmählich zu einer Gruppe zusammen. Auch die emotionale Bindung an den Klub wird gefördert und damit werden die Bedingungen einer langfristigen Jugendarbeit sehr positiv beeinflusst.

    Vor diesem Hintergrund bin ich ganz froh, dass es nicht ohne Reibereien und Konflikte abging. Eine konfliktfreie Welt gibt es nicht und wäre wohl auch todlangweilig. Wichtig ist aber immer, wie man mit Konflikten umgeht. Und hier hatten wir mehrfach die Gelegenheit, gewisse Regeln und Methoden einzuüben, wie man mit seinem Nächsten auskommen kann.
    Sollte Eltern (oder auch Teilnehmern!) unter den Lesern dieser Zeilen etwas zu diesem Thema einfallen oder sie bestimmte Beobachtungen bei ihrem Kindern im Zusammenhang mit dieser Reise gemacht haben, würde ich mich über jede Art eines Feedback freuen.
    Nach meinem Eindruck hatten jedenfalls alle Kinder überwiegend Freude und Spaß an und auf dieser Fahrt und ich bin sicher, dass alle gerne wieder im nächsten Jahr dabei sein werden, wenn wir wieder unsere Himmelfahrts-Schachfreizeit der BSK-Jugend machen. Für meinen Teil bin ich auch gerne bereit, wieder so eine Fahrt zu organisieren und durchzuführen und freue mich sogar darauf. Sogar diese, zwar etwas verspätete, aber dafür um so ausführlichere Berichterstattung würde ich wieder machen.

    Peter Schneider (peter@edv-hh.de)
    (Jugendwart BSK)
    18.07.2000


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